Worum geht es?
GS-Butjadingen … worum geht es hier eigentlich?
Butjadingen hat derzeit zwei Grundschulen:
die Grundschule in Stollhamm
mit derzeit 61 Schülern in 4 Klassen.
Neueinschulungen 2011: voraussichtlich 4
die Grundschule in Burhave
mit derzeit 170 Schülern in 9 Klassen.
Neueinschulungen 2011: voraussichtlich 32
Die Schule in Stollhamm ist inzwischen neben der VGS Burhave die letzte in Butjadingen verbliebene kleine Dorfschule und wie schon bei den Schulen in Eckwarden, Seeverns und anderen Orten in Butjadingen wird auch in diesem Fall eine Schließung ganz sicher allgemein sehr bedauert werden, nicht zuletzt, weil ein Stück Dorfgeschichte verloren geht.
Allerdings darf bei allem Verständnis für die Stollhammer, die selbstverständlich an ihrer Schule hängen, nicht vergessen werden, daß eine Schule eben keine Post, kein Bäcker, keine Apotheke ist, sondern dass hier Kinder auf das Leben vorbereitet werden sollen und daß letztlich diese Kinder es sind, die darunter leiden müssen, wenn die Schule unter absoluten Notfallbedingungen weiter erhalten wird. Für eine Übergangszeit ist so etwas sicherlich vertretbar, allerdings ist den Zahlen für die nächsten Jahre deutlich zu entnehmen, dass eine Besserung der Lage auf absehbare Zeit nicht in Sicht ist. Genau das Gegenteil ist der Fall:
Einschulungen in
Stollhamm Burhave
2011 4 32
2012 14 30
2013 11 18
2014 7 27
2015 4 23
(Wenn zwei aufeinanderfolgende Schuljahrgänge zusammen weniger als 27 Schüler haben, müssen ‘Kombinationsklassen’ eingerichtet werden.)
Diese Zahlen sind bereits 2008 bekannt gewesen und schon damals wurde erstmals über eine Zusammenlegung der Grundschulen nachgedacht. Im Frühjahr 2010 sollte endgültig die Schließung des Standortes Stollhamm beschlossen werden, die Entscheidung wurde allerdings aufgrund der verständlichen Proteste verschoben und eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die verschiedene Optionen für die Zukunft der Schule Stollhamm abwägen und letztlich dem Gemeinderat vorstellen sollte.
Herausgekommen sind nun die beiden Vorschläge, die allen Butjadinger Eltern von dem Fragebogen bereits bekannt sein werden:
- Beide Schulen werden zu einer neuen ‘Grundschule Butjadingen’ mit Standort Burhave zusammengelegt.
- Beide Schulen bleiben erhalten, die Schulbezirke werden aber regelmäßig so angepasst, dass der Standort Stollhamm genügend Schüler bekommt, um einen Weiterbestand der Grundschule sicherstellen zu können.
Eine dritte Lösung, nämlich der Erhalt des Stollhammer Standortes ohne Veränderung der Schulbezirke, wurde zwar ebenfalls erarbeitet aber letztlich doch verworfen.
Die zweite Lösung bringt dabei allerdings enorme Nachteile für die Schüler an beiden Schulen, wogegen der einzige Vorteil im Erhalt des Schulstandortes Stollhamm liegt.
Über diese Nachteile zu informieren und gerne auch sachlich zu diskutieren ist der Sinn dieses Blogs.
Als erste Stellungnahme haben wir hier einen Elternbrief veröffentlicht. Es gibt die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren, ich bitte aber um sachliche Stellungnahmen und die Einhaltung der ‘Netiquette’.


Leserbrief zum Thema: „Die Zukunft der Grundschulen in Butjadingen“
Stollhamm oder Burhave? Weder noch!?!
Was führt die Gemeinde Butjadingen eigentlich genau im Schilde, wenn es um die Diskussion der Grundschulstandorte geht? Finanzielle Gründe sollen bei der Entscheidung angeblich keine Rolle spielen. Aus rein wirtschaftlichen Überlegungen käme eigentlich nur eine Schließung der Stollhammer Grundschule in Betracht, weil die Gemeinde dann jährlich ca. € 30.000.- für die laufenden Kosten sparen würde. Liest man dann aber den Infobrief der Gemeinde aufmerksam durch, den alle an dem Auswahlprozess beteiligten Eltern bekommen haben, dann fällt mir bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen für den Erhalt des Standortes Stollhamm sofort ins Auge, dass „eine Schule insbesondere für das Ortsleben und die Attraktivität für Neubürger von Vorteil ist. Von Neubürgern profitieren alle.“ Aha! Darum geht es also! Wo sollen denn die ach so vielen Neubürger in Stollhamm wohnen, wenn die Gemeinde nicht schon längst Pläne für eine Neubausiedlung in der Schublade hätte, um dann beim Verkauf der Grundstücke kräftig mitzuverdienen? Warum auch nicht?
Aber: Warum sollte ausgerechnet ich die Gemeindepläne unterstützen und mein Kind zur Grundschule nach Stollhamm schicken, um die Attraktivität eines Dorfes durch den Erhalt einer Schule zu verbessern, wenn diese Gemeinde tatenlos zusieht und auch aktiv unterstützt, dass meinen Kindern in Tossens seit Jahren immer mehr Lebensqualität genommen wird?
Denn: Meine Kinder werden beim Spielen auf der Straße und auch auf dem Sportplatz rund um die Uhr beobachtet und bei Regen steht eine ganze Straße unter Wasser, so dass meine Kinder nicht ohne nasse Füße zur Schule bzw. zum Kindergarten kommen, weil das Abfließen von Oberflächenwasser verhindert wird. Außerdem ist die Gemeinde seit Jahren nicht in der Lage, die Schneeräumpflicht konsequent durchzusetzen und genehmigt ausgerechnet solchen Anwohnern, die hier noch nie eine Schneeschaufel in der Hand hatten, das Aufstellen scharfkantiger Granitpfosten direkt an der Straße auf der Berme, an denen sich meine Kinder beim Spielen oder spätestens im Winter, wenn sie auf nicht geräumten Wegen ausrutschen sollten, böse verletzen werden. Das heißt, dass die Gemeinde mit jahrelanger Duldung bzw. fragwürdiger Genehmigungen meinen Kindern hier in Tossens das Leben immer schwerer macht. Und dann soll mein Kind dafür herhalten, dass anderen ein tolles Leben auf dem silbernen Tablett präsentiert wird?
Solange sich diese Gemeinde von querulantenhaften „Neubürgern“ vor die Karre spannen lässt und solange diese Gemeinde meinen Kindern nicht ermöglicht unbeschwert und angstfrei aufzuwachsen, stellt sich für mich nicht die Frage, ob mein Kind nächstes Jahr in Stollhamm oder Burhave eingeschult wird! Es wird dann eine Grundschule in einer anderen Gemeinde oder Stadt besuchen, weil wir dann Butjadingen den Rücken kehren werden!
Zur Zinzendorfschule werden meine Kinder trotzdem gehen!
Dr. Olaf Moretzki, Tossens